Zoom Hintergrund aktiv nutzen

Bei Präsenationen und im Unterricht wird häufig Powerpoint oder vergleichbares als zentraler Bestandteil der Informationsvermittlung verwendet. Was in Präsenz oder bei einer Konferenz vielleicht noch ganz gut funktionieren mag, wird spätestens in Videokonferenzen zur Qual.

Wer kennt das nicht: Wieder eine Veranstaltung über Zoom, bei der gleich am Anfang der Bildschirm mit der Powerpoint oder PDF-Präsentation geteilt wird und alle Teilnehmer, inklusive Dozent zu kleinen Kacheln werden, die in der Seitenleiste verschwinden. Häufig geht das dann 60 bis 90 Minuten so weiter: statischer Bildschirm in der Mitte, kleine Teilnehmer am Rand.

Auch wenn die Redner:innen noch so dynamisch sind und die Präsentation noch so schön: man sieht die meiste Zeit nur auf statische Inhalte. Wäre dies ein Video im Fernsehen oder im Internet, man hätte wahrscheinlich schon längst das Programm oder das Video gewechselt.

Den Vordergrund zum Hintergrund machen

Generell sollten die Folien die Darstellung der Inhalte unterstützen und nicht ersetzen. Befindet sich zu viel Inhalt auf den Folien, hört man den Redner:innen sowieso kaum noch zu: man ist beschäftigt, den Text auf den Folien zu lesen. Wäre es an dieser Stelle nicht besser, die Inhalte gleich als separates Skript zu verteilen?

Dann kann man sich auf die wesentlichen (wenigen) Punkte konzentrieren, die tatsächlich auf die Folie sollen. Bilder können auch Assoziationen wecken und dabei helfen, die Information zusammen mit dem Bild im Gedächtnis abzuspeichern.

Manchmal möchte man aber vielleicht auch eine Grafik zeigen und anhand der Grafik einen bestimmten Sachverhalt erklären. Leider ist es schwierig, mit dem geteilten Inhalt zu interagieren. Man kann vielleicht mit dem Mauszeiger, der sich auch noch wahlweise in einen Leuchtpunkt oder einen Stift verwandelt über die wichtigen Bereiche fliegen, aber besonders deutlich ist das oft auch nicht.

Hier kann man sich ein Beispiel am Wetterbericht nehmen: Die Meteorolog:innen stehen direkt vor der virtuellen Karte, deuten auf Hoch- und Tiefdruckgebiete und werden insgesamt ein Teil der gesamten Präsentation.

Wäre es nicht schön, wenn die Präsentation ein wenig mehr wie der Wetterbereicht sein könnte?

So kann man ganz konkret und in Person auf die wichtigen Stellen deuten. Das ist viel direkter und eingängiger, als mit dem virtuellen Laserpointer über die Folien zu fahren oder mit dem Stift nach und nach jeden Punkt zu markieren und zu unterstreichen.

Die wichtigen Punkte in Person zeige.

Schritt: Folien aufräumen

Als erstes sollte man seine Folien etwas ausmisten und Platz machen. Man kann sich ja einen Foliensatz als Handout abspeichern und dann deutlich abspecken: Text raus und Raum schaffen für die wichtigen Diagramme und Schlagworte. Außerdem: Platz machen für sich selbst. Am besten, man such sich eine Ecke oder Seite, in der man dann später häufiger stehen wird und von der aus man agieren kann.

Schritt: Ab in den Hintergrund mit Zoom

Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie man nun die Folien in den Hintergrund bekommt. Eine kostenlose Variante davon ist OBS (Open Broadcasting System). Man findet diverse Anleitungen, die erklären, wie man seinen Hintergrund ausnehmen und durch eine Powerpoint-Präsentation (oder etwas anders) ersetzen kann. Falls das aber bisher technisch zu aufwändig oder kompliziert war, findet man nun eine einfache Lösung dafür in Zoom:

Folien als virtueller Hintergrund bei der erweiterten Bildschirmfreigabe.

In den erweiterten Einstellung beim Teilen des Bildschirms in Zoom gibt es seit kurzem die Option, den virtuellen Hintergrund durch eine Powerpoint-Präsentation zu ersetzen. Die Folien werden dabei in Bilder umgewandelt und man kann nun in Zoom die Folien weiterklicken. Auf diese Weise bleibt man selbst vor den Folien und kann (wie beim Wetter) direkt auf die relevanten Inhalte verweisen. Am besten funktioniert das im Stehen, so hat man auch die notwendige Bewegungsfreiheit.

Falls man nur als kleines Bild in der unteren Ecke erscheint, kann man auch die Position und die Größe des Kamerabildes einstellen, wenn man auf die drei Punkte neben der Foliennavigation drückt.

Größe und Position des Videobildes können verändert werden.

Da die Folien in Bilder umgewandelt werden, können die Animationen auf den Folien nicht mehr ausgeführt werden. Dafür kann man ja nun in Person den Inhalt dynamischer machen. Auch von Videos ist nur das Standbild zu sehen.

Selbst ausprobieren!

Wer also bisher etwas Scheu hatte, auf OBS oder andere Lösungen zu setzen, kann nun eine einfachere Lösung ausprobieren!

1 Kommentar zu „Zoom Hintergrund aktiv nutzen“

  1. Die Möglichkeiten, mit einer oder auch beiden Händen auf etwas in den Folien oder freigegebene bildlichen Inhalten zu zeigen, ist wirklich toll, und ansonsten für mich einer der Hauptvorteile eines Lightboards (oder einer einfachen Aufnahme an einem Whiteboard). Leider war es bisher oft so, dass die per virtueller Kamera freigebenen Folien nicht so eine gute Qualität und Auflösung hatten, wie eine normale Bildschirmfreigabe. Außerdem konnten die Teilnehmenden in Zoom eine normale Bildschirmfreigabe kommentieren und selbst darauf zeichnen, um z.B. kollaborativ zu annotieren oder Skizzen zu entwickeln, was für mich eine der Killer-Applikationen von Zoom ist. In Folien, die per virtueller Kamera freigegeben sind, funktioniert das leider auch nicht. Es wäre spannend zu schauen, ob diesen Kommentieren jetzt funktioniert und wie es sich mit der Auflösung verhält.
    Ansonsten ist auch https://www.mmhmm.app/de eine gute Alternative zu OBS, die möglicherweise intuitiver zu nutzen ist.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.